Theologisieren oder Reden über Gott

Der Religionsunterricht soll die Fragen der Kinder und Jugendlichen wecken und sie anregen, über schwierige religiöse Themen und Fragestellungen nachzudenken und sich mit anderen darüber auszutauschen, sodass sie ihre eigene religiöse Identität weiterentwickeln können.

Voraussetzung ist, dass sich Religionslehrerinnen und –lehrer ihr eigenes Gotteskonzept bewusst machen, die Fragen ihrer Schülerinnen und Schüler erwarten und diese angemessen und geduldig beantworten.

Der Film „Die große Frage“ nach dem Bilderbuch von Erlbruch bietet Anlass, mögliche große Fragen von Schülerinnen und Schüler zu sammeln und zu kategorisieren.

Die große Frage

Anhand der gesammelten Fragen üben die Referendare in einem gespielten Dialog, die erste Reaktion und das Antworten. Hierbei wird klar, dass eine Schwierigkeit darin liegt, dem Grund der Frage nachzugehen und die religiöse Wahrheit, die aufscheint, zu vereinfachen.

Den Kurzfilm „Gottesbesuch“ deuten die Teilnehmer in einem Schreibgespräch.

Gottesbesuch

Interessant ist, dass man in diesem Film auch nach mehrmaligem Gucken immer wieder Neues entdeckt.

Auf die Stufen der Entwicklung des Gottesverständnisses nach Oser/Gmünder gucken wir mit Blick auf unsere Lerngruppen kritisch. Nach den Untersuchungen von Szagun durchlaufen wegen der abnehmenden religiösen Sozialisation längst nicht mehr alle Kinder und Jugendliche diese Stufen. Vor uns sitzen Schülerinnen und Schüler, die freier sind in ihren Äußerungen über Gott, weil sie noch nicht festgelegt sind durch vorgegebene Bilder. Wichtig ist es deshalb, unterschiedliche biblische Bilder anzubieten und die Schülerinnen und Schüler anzuregen, sich untereinander über ihr Gottesbild und ihre Beziehung zu einem Gott auszutauschen.

Mit zwei Praxisbeispielen vollziehen die Referendare nach, wie sich Kinder und Jugendliche über ihr Gottesverständnis austauschen und ihre Gottesbeziehung darstellen: Ein Koffer voller Gegenstände wird angeboten, um sich mit einem Partnern darüber auszutauschen, wie Gott „für mich ist“.

Die Gottesbeziehung kann in einer Zeichnung dargestellt werden, die sich alle anschließend gegenseitig erklären: Eine blaue Linie steht für Gott, eine rote Linie steht für mich selbst (nach einer Idee von Rainer Oberthür, Die Symbol-Kartei, München 2012)

Du und Gott auf einem Bild

Am Ende wird sämtliches Material gesichtet und jeder Teilnehmer schnürt ein individuelles Materialpaket zum Thema „Reden über Gott“.