Christologische Fragestellungen und der Umgang mit Bildern

An der Tafel hängen unterschiedliche Jesusdarstellungen. „Ordnen Sie diese Bilder nach Ihren Vorstellungen."

Mit diesem Arbeitsauftrag beginnt die Fachseminarsitzung zu dem Thema „Christologische Fragestellungen und Umgang mit Bildern im Religionsunterricht“. Sie hat zum Ziel, dass die Referendare im Unterricht über „Jesu Leben und Wirken“ hinaus seine Beziehung zu Gott in den Mittelpunkt stellen. Damit ist verbunden, dass jeder zunächst für sich die Fragen zur Trinität, zur Jungfrauengeburt oder zu Jesu Tod und Auferstehung reflektiert, dann die Fragen der Kinder erwartet und auf diese kindgemäß eingehen kann. Jugendliche, die eher mit Unverständnis auf die aus der Liturgie bekannten Sätze und Floskeln reagieren, sollen animiert werden, diese zu hinterfragen.

 

Die Referendare haben in der Zwischenzeit jedes einzelne Bild in die Hand genommen, es betrachtet, sich mit den anderen Teilnehmern darüber ausgetauscht, was genau dargestellt ist und welchem anderen Bild es zugeordnet werden könnte.

In einer weiteren Aufgabenstellung setzen die Teilnehmer den Satz „Jesus ist für mich einer, der …“ fort und wählen für sich eines der Bilder aus, das diesen Satz am besten darstellt. Die anderen hören den Satz und suchen das passende Bild.

 

Gemeinsam werden alle Namen gesammelt, mit denen Jesus benannt wird.

 

Die Bedeutung der Begriffe wird hinterfragt und neu formuliert. Der Heiland ist der, der alles heil macht. Der Erlöser ist der, der uns zeigt, wie wir die Trennung von Gott (Sünde) überwinden können. Das Lamm Gottes vergleicht Jesus mit einem Opfertier. Wir können den Begriff nicht verstehen, wenn wir uns vorstellen, dass Gott seinen Sohn Jesus geopfert hat. Vielmehr deuten wir diesen Begriff als Zeichen dafür, dass Gott einen neuen Bund mit uns geschlossen hat. Das Blut des Opferlamms war ein Zeichen für die Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten. Mit dem Tod und der Auferstehung Jesu (also durch sein Blut) beginnt etwas Neues.

Über den Namen Gottes Sohn kommen wir ins Gespräch über die besondere Beziehung Jesu zu Gott. Diese drückt sich aus in der vertrauten Anrede „abba“ und in der Art, wie er mit seinem Vater spricht. Auch Kinder können daraus schließen, dass diese Beziehung Jesus eine besondere Kraft verleiht.

Über eine Metaphermeditation, die Sabine Pemsel-Maier für Grundschüler vorschlägt, (Sabine Pemsel-Maier, Leben aus der Beziehung zu Gott in:Notizblock 50/2011, S.25) spüren die Referendare nach, wie Jesus Gott und Mensch zugleich sein kann: Eine Schale wird mit Wasser gefüllt. Die Teilnehmer ergänzen die Sätze „Jesus ist wie eine Schale, weil …“ und „Gott ist wie das Wasser, weil …“ und überlegen, „Wie Schale und Wasser zusammengehören, so …“

 

Am Beispiel einzelner Bilder von Silke Rehberg aus „Meine Schulbibel“ erfahren die Referendare den Mehrwert des Einsatzes eines Bildes im Religionsunterricht, besonders in Bezug auf Christologische Fragestellungen, und vollziehen den Umgang mit einem Bild nach.

Nach einer partiellen Bildbetrachtung von „Jesus kommt über das Wasser“ werden unterschiedlichen Methoden der Gestaltung nach einer Bildbetrachtung bedacht.

Am Ende nimmt sich jede Teilnehmerin vor, im Laufe eine Unterrichtseinheit ein Bild als Hauptmedium einer Sequenz einzusetzen, so recherchierte eine Referendarin, um im Zusammenhang mit dem Thema "Jesus im Tempel" die Bedeutung der Thora für die Juden und ihren Glauben zu verdeutlichen, nach dem Chagall-Bild "Mann mit Thora".

 

Literatur:

Renate Günzel-Horatz, Meine Schulbibel, Ein Buch für Sieben- bis Zwölfjährige, mit Bildern von Silke Rehberg

Andreas Schoppe, Bildzugänge, Seelze 2011

Sabine Pemsel-Maier, Leben aus der Beziehung zu Gott in: Notizblock 50/2011