Thema Weihnachten im Religionsunterricht

Soll oder muss  "Weihnachten" jedes Jahr im Religionsunterricht thematisiert werden?

Die Fachseminarsitzung zu diesem Thema fand in Kooperation mit dem Fachseminar Religion (Religionsunterricht für alle) statt. Hinsichtlich der hohen Schülerrelevanz dieses Themas und der vielen unterschiedlichen Aspekte, die Anlass sein können, sich mit dem Weihnachtsfest auseinanderzusetzen, waren sich alle Teilnehmer einig: Jedes Jahr wieder Weihnachten. Im Brainstorming wurden folgende Bezüge gesammelt: Die biblischen Geschichten (Welche Krippenfiguren sind biblisch?), die religiösen Phänomene (Was machen eigentlich Engel?), das Brauchtum (Christkind, Weihnachtmann oder Nikolaus – Wer bringt die Geschenke?), der theologische Sinn des Festes (Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit für alle Menschen) oder die weihnachtlichen Symbole Licht, Weg oder Herz. Je nach Altersstufe können mit Blick auf diese Inhalte unterschiedliche Kompetenzen[1] angestrebt werden.

Die Schülerinnen und Schüler

- kennen die Kindheitsgeschichten nach Matthäus und Lukas

- deuten zentrale Bilder und Symbole dieser Geschichten (Krippe, Licht, Stern)

- kennen die Botschaft des Weihnachtsfestes: Gott wird Mensch und kommt zu den Menschen

- kennen zentrale Feste des Kirchenjahres und deuten diese in Bezug zu ihrer Ursprungsgeschichte.

- setzen das Kirchenjahr in Bezug zum Leben Jesu

- zeigen an Beispielen, dass Jesus sich vor allem ausgegrenzten Menschen zugewandt hat;

Das Praxisbeispiel drehte sich um das Symbol „Krippe“[2]. Zuerst nahmen die Teilnehmer eine Krippe wahr und äußerten eigene Erfahrungen mit Krippendarstellungen oder Stroh. Entscheidend für die Weiterarbeit ist der Hinweis, dass zur Zeit des Neuen Testaments Krippe nichts mit Romantik und Gemütlichkeit zu tun hatte, sondern ein Zeichen war für Stall, Vieh und Mist. Jesus ist nach der Darstellung von Lukas also in die damaligen Unzulänglichkeiten des Lebens hineingeboren. Die Referendarinnen und Referendare übersetzen „Krippe und Stall“ in das, was heute benachteiligt oder„dreckig“ ist: Junkies, Gemobbte, Behinderte. Ein Textimpuls zur Weiterarbeit könnte das „Weihnachtslied“ von Erich Fried sein, das Jesu Geburt mit seiner Passion und Passionen unserer Zeit nebeneinander stellt.

Einzelheiten zu dieser Unterrichtssequenz finden Sie unten.


1 Kompetenzen aus: Die deutschen Bischöfe, Kirchliche Richtlinien zu den Bildungsstandards für den katholischen Religionsunterricht in den Jahrgangsstufen 5–10, Bonn 2004 und

Die deutschen Bischöfe, Kirchliche Richtlinien zu den Bildungsstandards für den katholischen Religionsunterricht in der Grundschule, Bonn 2006

2 Nach der Idee von Irmi und Hans-Georg Spangenberger, So fern und doch so nah, München 2004