Häufige Fragen zu Missio Canonica und Kirchlicher Unterrichtserlaubnis

Bewerber_innen für den Vorbereitungsdienst mit dem Fach Kath. Religion müssen eine Kirchliche Unterrichtserlaubnis vorlegen. Und Absolventinnen und Absolventen der II. Staatsprüfung müssen bei der Bewerbung in den Schuldienst die unbefristete Missio Canonica, vorlegen.

 Wie stelle ich den Antrag? lautet eine häufig gestellte Frage.

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Schnelle Antworten auf häufige Fragen zum Antragsverfahren finden Sie auch schon hier:

Was ist der Unterschied zwischen der Kirchlichen Unterrichtserlaubnis (KUE) und der Missio Canonica (MC)?

Die Missio canonica wird zeitlich unbefristet erteilt und durch die Verleihung einer Urkunde dokumentiert.  Sie kann jederzeit widerrufen oder zurückgegeben werden.

Die Kirchliche Unterrichtserlaubnis ist eine befristete Unterrichtserlaubnis, die nach zwei Jahren auf Antrag verlängert werden kann. Sie wird z.B. für die Zeit des Vorbereitungsdienstes erteilt.

 

Warum dürfen nur Lehrerinnen oder Lehrer mit einer KUE oder MC das Fach Katholische Religion unterrichten?

Ein Religionsunterricht, der in Verantwortung einer Religionsgemeinschaft erteilt wird, ermöglicht ein Einnehmen der Teilnehmerperspektive. Dieser Unterricht unterscheidet sich von einem eher religionskundlichen Unterricht. Aus religionspädagogischer Sicht bietet die Teilnehmerperspektive die einzige Möglichkeit, religiöse Kompetenz zu entwickeln, weil religiöse Glaubenssätze und Zeugnisse in den Kontext des gelebten Glaubens gestellt werden und dadurch existentielle Fragen der Schülerinnen und Schüler aufgeworfen werden können. Die Religionslehrkraft positioniert sich zu ihrem Glauben und bürgt gleichzeitig für einen offenen und toleranten Umgang mit anderen Überzeugungen in ihrem Religionsunterricht.

Die deutschen Bischöfe sprechen über die Unterrichtserlaubnis den Lehrkräften gegenüber ihr Vertrauen aus: „Katholische Religionslehrerinnen und Religionslehrer stehen mit ihrer Person für den Glauben der Kirche und werden in der Schule als Repräsentanten des christlichen Glaubens und der Kirche angesehen und angesprochen. Sie werden so zu Brückenbauern zwischen Kirche und Schule“. [1]

 

Ist die Missio Canonica nicht ein unzeitgemäßes Machtmittel der Kirche?

Tatsächlich wird die Missio Canonica, als Voraussetzung katholischen Religionsunterricht erteilen zu können, weniger als Bestärkung wahrgenommen, als eine im Vergleich zu anderen Fächern zusätzliche Hürde oder sogar als Eingriff in die Privatsphäre.

Dabei steht für die Kirche die Glaubwürdigkeit der Lehrperson im Vordergrund. Diese darf nicht beeinflusst werden durch die Sorge vor einem Entzug der Missio. Für den Umgang der Kirche mit ihren Religionslehrkräften gilt ebenso wie für den Umgang der Lehrkräfte mit den ihnen anvertrauten jungen Menschen der Grundsatz von Papst Franziskus: „Wir sind berufen, die Gewissen zu bilden, aber nicht dazu, den Anspruch zu erheben, sie zu ersetzen.“[2]

Welche Dokumente muss ich für den Missio-Antrag vorlegen?

Sie beantragen die  Missio canonica mit den folgenden Nachweisen:

- Erfolgreicher Master of Education mit dem Fach Katholische Theologie oder Abschluss der I. Staatsprüfung.

- Erfolgreicher Abschluss des Vorbereitungsdienstes (2. Staatsprüfung) und Nachweis unterrichtlicher Tätigkeit an einer Schule.

- Die volle Eingliederung in die Katholische Kirche (Tauf- bzw. Firmbescheinigung).

- Eine aktive Teilnahme am Leben der Kirche, nachgewiesen durch zwei entsprechende schriftliche Referenzen; eine dieser beiden Referenzen ist von einem Geistlichen einzuholen.

- Das schriftliche Versprechen, den Religionsunterricht in Übereinstimmung mit der Lehre der Katholischen Kirche glaubwürdig zu erteilen und in der persönlichen Lebensführung die Grundsätze der Katholischen Kirche zu beachten (Antragsformular).

- Bei verheirateten Antragsteller_innen: Kirchliche Trauung und Taufe der Kinder

Wie geht es dann weiter?

Der Antrag auf Erteilung der MC oder KUE wird von der zuständigen Abteilung des Erzbischöflichen Generalvikariats bearbeitet. Nach einer Prüfung des Antrags erstellt die Abteilung ein Votum, mit dem sie dem Erzbischof die Erteilung der Missio canonica oder der Kirchlichen Unterrichtserlaubnis vorschlägt.

Wann habe ich dann die Missio?

Die Erteilung der Missio canonica erfolgt durch die feierliche Überreichung der entsprechenden Urkunde. Sie erhalten eine formlose schriftliche Vorabzusage, weil die Überreichung nur  einmal im Jahr durch den Erzbischof in einem besonderen Rahmen zentral vorgenommen wird.

Die KUE erhalten Sie, sobald der Antrag bearbeitet ist per Post.

Was mache ich, wenn ich die Missio in einem anderen Bistum bereits erhalten habe?

Wenn Sie aus einem anderen Bistum mit einer gültigen kirchlichen Unterrichtserlaubnis oder Missio canonica nach Hamburg gezogen sind, genügt es, diese vorzulegen, wenn sie nicht älter als zwei Jahre ist oder das abgebende Bistum noch einmal ausdrücklich schriftlich die Gültigkeit bestätigt.

Was ist, wenn ich einen oder mehrere Nachweise nicht vorlegen kann?

Bei Fragen in Bezug auf den Missio-Antrag oder rund um den katholischen RU in Hamburg wenden Sie sich bitte an Ihre Studienmentorin Friederike Mizdalski, Erzbistum Hamburg, Abteilung Schule & Hochschule

Referat Religionspädagogik in Schulen, Telefon: 040 – 37 86 36 – 62, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

[1] Die deutschen Bischöfe, Der Religionsunterricht vor neuen Herausforderungen, Bonn 2005, S. 34

[2] Papst Franziskus, Nachsynodales Apostolisches Schreiben Amoris Laetitia, VAS 204, Bonn 2016. Nr.37