Auswertung des Modellversuchs zur "Konfessionellen Kooperation im Religionsunterricht für alle" Empfehlung

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Seit dem Schuljahr 2019/20 prüft das Erzbistum Hamburg in einem Modellversuch in Kooperation mit der Behörde für Schule und Berufsbildung sowie der evangelischen Nordkirche, wie katholische Inhalte und Ziele im „Religionsunterricht für alle“ an staatlichen Schulen eingebracht werden können – und ob es möglich ist, katholische Religionslehrkräfte für dieses Format zu beauftragen.

Inzwischen fand das Symposium II zur Auswertung des Modellversuchs zur „Konfessionellen Kooperation im Religionsunterricht für alle“ statt. Es diente der Grundlagenklärung für die Entscheidung des Erzbischofs über die katholische Beteiligung am weiterentwickelten „Religionsunterricht für alle“, die im Frühjahr 2022 gefällt werden soll: Dokumentation des Symposiums II

Die Dokumentation des Symposium I finden Sie unten.

Prof. Dr. Jan Woppowa kam in seiner gutachterlichen Stellungnahme zu einem klaren Ergebnis:

Katholisches Christentum wird in angemessener Weise in Form konfessioneller Kooperation in Übereinstimmung mit den kirchlichen Normen und gemäß Art. 7.3 GG im RUfa 2.0 abgebildet.

Zu seinen Kriterien für die Bewertung des trägerpluralen Formats gehörte der Abgleich der Grundüberzeugungen des RUfa 2.0 mit den grundlegenden bischöflichen Normen, Zielen und Aufgaben eines schulischen Religionsunterrichts. Außerdem überprüfte Woppowa, inwiefern der curriculare Rahmen des RUfa hinreichend Möglichkeiten biete, das Christentum konfessionsbewusst und differenzsensibel zu repräsentieren.

Woppowa begründete seine Bewertung auch theologisch. Er erklärte, die religionenübergreifenden Ziele und Grundhaltungen der Komparativen Theologie könnten Grundlagen für gemeinsam verfolgte Bildungs- bzw. Dialogziele und entsprechende professionelle Haltungen im RUfa bieten. Die katholische Religionspädagogin Prof. Dr. Schambeck und der Religionspädagoge Prof. Dr. Riegel (Uni Siegen) bestätigten, dass das Format des RUfa 2.0 ein für den Kontext Hamburg ein passgenauer konfessioneller Religionsunterricht sei.

Auch die am RUfa beteiligten Religionsgemeinschaften und evangelische und katholische Religionslehrkräfte warben in ihren Statements für die Beteiligung des Erzbistums am RUfa.

Wie Woppowa, so plädierten auch Schambeck und Riegel für die Beteiligung am RUfa 2.0, um an einer Weiterentwicklung des Formats mitgestalten zu können. Einerseits wird zu einer wissenschaftlichen Begleit- und Wirksamkeitsforschung hinsichtlich der Bildungseffekte in den extrem anspruchsvollen unterrichtlichen Settings geraten. Auch müsse die Qualifizierung von Religionslehrkräften für das Format in Aus-, Fort- und Weiterbildung gesichert sein. Um die Lehrkräfte in ihrer Positionierungsfähigkeit zu stärken, wären Angebote der verantwortenden Religionsgemeinschaften zur Entwicklung und Vertiefung der je eigenen Spiritualität hilfreich.

Zum Abschluss der Veranstaltung zog Erzbischof Dr. Heße das Fazit, dass ihm keine Gegenargumente begegnet seien, sondern dass es viele Gründe für einen Beitritt des Erzbistums zum RUfa 2.0 gebe. Nach einer Beratungsrunde durch die Bistumsgremien werde er Ende März zu einer Entscheidung gekommen sein.