Außerschulische Lernorte

Vier Bereiche der Lebenswelt bieten sich als außerschulische  Lernorte für den Religionsunterricht an:Das sind die Natur (Schöpfung), der Arbeitssektor mit seinen Dienstleistungen (Caritas, Kirchengemeinde, Altersheim), die Kulturwelt (Ausstellungen, interreligiöse Kulturzentren, Friedhöfe) und Gebäude (Kirchen und Gebetshäuser anderer Religionen).

Die Vorteile von außerschulischen Lernorten liegen einmal in der Authentizität des Lerngegenstands. Es kommt zu einer realen Begegnung mit dem Fremden. Es können Gespräche geführt werden, Dinge von allen Seiten betrachtet werden und ihr Gebrauch kann beobactet werden. Auf diese Weise wird die Distanz zwischen Lernendem und Lerngegenstand aufgehoben.
Außerdem machen Schülerinnen und Schüler vor Ort Erfahrungen über alle 5 Sinne.
Durch die reale Begegnung mit dem Lerngegenstand wird es möglich, nicht nur - wie normalerweise üblich- das Neue über das Ohr oder das Auge aufzunehmen. Vor Ort können Dinge berührt oder gerochen und in ihrer Dreidimensionalität wahrgenommen werden.
Ein Ausflug kann immer ein sozialer Gewinn für die Gruppe sein. Anders als im Klassenraum müssen Schülerinnen und Schüler unterwegs aufeinander Rücksicht nehmen und Verantwortung für einander übernehmen. Gemeinsam unterwegs zu sein und etwas zu erleben, stäkt das Zusammengehörigkeitsgefühl.
Schließlich kann  sich unterwegs durch den Ort selbst die Möglichkeit  hoher Schüleraktivität ergeben. Der Lehrer muss Erkundungsaufgaben vorplanen und den Ablauf der Besichtigung mit der verantwortlichen Person vor Ort planen. Die Informationen sollten schülergemäß vorgetragen werden und relevant für die Schülergruppe sein.

Rechtliche Grundlagen für einen Unterricht vor Ort ergeben sich aus den Richtlinien für Schulfahrten.
Die Lehrkraft muss die Schulleitung informieren und eine Genehmigung einholen.Eltern müssen über das Vorhaben und die entstehenden Kosten informiert werden. Lehrerinnen und Lehrer müssen abklären, ob sich die Kosten im Rahmen der üblichen Ausgaben für
Schulfahrten halten.
Natürlich sollte man bei der Planung überprüfen, ob der Zeitaufwand im Verhältnis zum erwarteten Lernergebnis steht

Zum Kompetenzerwerb durch den Besuch außerschulischer Lernorte informieren Sie sich bitte unter "Katholischer Religionsunterricht-Kompetenzen".

„Außerschulische Lernorte gehen aus dem Unterricht hervor und führen auch wieder zu diesem zurück."

Der Besuch eines außerschulischen Lernorts kann der Ausgangspunkt der Sacherschließung sein, wenn zu Beginn der Lerneinheitdie Sache vor Ort erkundet wird. Dadurch werden Lernmotivationen geschaffen und es ergeben sich mögliche Fragen für die Weiterarbeit

Zur Vorbereitung des Besuches erkundet die Lehrkraft den Ort mit Anfahrtswegen und -kosten selbst und zieht einen Experten zu Rate. Sie überlegt, welche Kompetenzen erreicht werden können, bedenkt mögliche Methoden (Freie Erkundung, Rallye, Stationen, Expertenvortrag, Experteninterview) und überlegt eine sinnvolle Nachbereitung des Besuchs im Unterricht (Schülerpräsentation, Fragebogen, Informationssammlung).

Beispiel: Erkundung eines jüdischen Friedhofs

Ilandkoppel 3

Die Erkundung eines jüdischen Friedhofs bietet sich für eine Lerngruppe der Sekundarstufe I an. Der Anlass kann eine Unterrichtseinheit wie „Sterben und Tod" sein oder „Judentum". Es kann sich auch ein fächerübergreifender Anlass ergeben durch eine Lektüre im Deutschunterricht oder „Geschichte in unserer Stadt". Aus dem Anlass ergibt sich dann auch der didaktische Ort des Besuchs, also zu Beginn, in der Mitte oder am Ende einer Einheit.
Die zu erreichenden Kompetenzen für den Religionsunterricht finden sich im Bereich „religiöse Phänomene wahrnehmen", „religiöses Wissen darstellen", „sich über religiöse Fragen und Überzeugungen verständigen".

In Hamburg gibt es 3 jüdische Friedhöfe:

- Altona (Königstraße), 6900 Steine und Bruchstücke, 19000 qm, ausführliche pädagogische Programme für Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen, Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

- Ohlsdorf (Ilandkoppel), 93500 qm

- Wandsbek (Königsreihe), 1006 Steine, 5000 qm

 

Experte: Sammy Jossifoff
Isestr. 141
Hamburg
Tel.: 28 76 91