Leistungsmessung im katholischen Religionsunterricht

Schließt sich nicht Leistungsmessung im Religionsunterricht von der Sache her aus?


Christen haben aus den Gleichnissen gelernt, dass Gott eine ganz eigene Art hat, zu belohnen. Ihm geht es nicht um das, was man sich im Leben verdient hat, also nicht um die eigene Leistung des Einzelnen (s. Gleichnis vom gleichen Lohn für ungleiche Arbeit Mt 20,1-15), sondern darum, dass alle genug zum Leben haben.
Allerdings geht es im schulischen Religionsunterricht nicht um Glauben, sondern um Glaubensinhalte. Das Erlernen dieser Inhalte ist Wissen, das abgefragt werden kann, wie in anderen Wissensgebieten auch. Wenn der Religionsunterricht im allgemeinen Fächerkanon ernst genommen werden will, muss er sich den Kriterien zur Überprüfung des Wissens stellen. Damit unterliegt er in Hamburg denselben Bestimmungen der Behörde für Schule und Berufsausbildung wie alle anderen Fächer auch, nach denen Bewertungen von Leistungen bis hin zu Zeugnisnoten vorgeschrieben sind. Unbeschadet bleibt dabei, dass es im Religionsunterricht neben der Vermittlung von Kenntnissen, Einsichten und Fähigkeiten auch um die Vermittlung von Werten geht.
Welche Methoden sind nun geeignet, um im Religionsunterricht nicht nur Kenntnisse und Fähigkeiten, sondern auch Einsichten abzufragen? Die Fähigkeit, am Ende einer Stunde einen Lückentext zu einem Gleichnis ausfüllen zu können, sagt ja noch nichts aus über die Einsicht, die ich über dieses Gleichnis gewonnen habe.

Neben den üblichen Formen der schriftlichen Lernkontrolle seien hier deshalb auch eher religionstypische Methoden aufgezeigt.

Formen der Leistungsmessung im RU
1. Schriftliche Formen
Aufgabenstellungen in Tests sollten durch geschlossene oder offene Fragestellungen auf verschiedenen Niveaustufen gestellt werden, durch deren Erarbeitung angemessene Punkte erreicht werden können.
2. Narrative Formen
Erzählen, Nacherzählen, Weitererzählen oder das Sprechen in kontrollierten Dialogen oder Beiträge zur interaktionalen Bibelarbeit.
3. Spielerische Formen
Ein Quiz zu Stundeninhalten, das Tanzen oder Bewegen zu einer biblischen Geschichte, das Nachstellen einer Szene im Standbild
4. Gestalterische Formen
Das Erstellen eines Plakats oder einer Präsentation, das Gestalten eines Bodenbildes, das Ergänzen eines Bildes oder das Gestalten von Elementen für eine Andacht.

Dazu kommt die regelmäßige Beobachtung der mündlichen Mitarbeit unter gezielten Fragestellungen wie: Kann die Schülerin/der Schüler Bezüge herstellen zu bereits im Religionsunterricht behandelten Themengebieten?

Die Referendarinnen des Fachseminars Katholische Religion haben sich Gedanken gemacht, auf welche Weise sie die Leistung von Schülerinnen und Schülern messen können, wenn es in ihren Stunden um das "Leben und Wirken Jesu" geht.
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