Jesus Christus - Wahrer Gott und wahrer Mensch

Suboro - Das rot-weiße Band der syrisch-orthodoxen Christen Suboro - Das rot-weiße Band der syrisch-orthodoxen Christen

Schülerinnen und Schüler vollziehen diese Glaubensaussage mit Suboro, dem rot-weißen Band im syrisch-orthodoxen Christentum, nach.

 

In der Mitte liegen unterschiedliche Armbänder und laden zum Erzählen ein. Das eine erinnert an die Mutter, die so gerne Bernsteinketten trägt, das andere an das Leuchtband, das man morgens auf dem dunklen Schulweg zur Sicherheit trägt. Ganz persönliche Erinnerungen.

Dann reicht Silva Acan, syrisch-orthodoxen Christin, ein weiteres Armband herum. " Dieses Band spielt in meinem Glauben eine besondere Rolle", erklärt sie. Dieses unscheinbare rot-weiße Bänden soll ein religiöser Gegenstand sein? Das wirft Fragen auf, die direkt dem Armband gestellt werden:

„Haben deine Farben eine besondere Bedeutung?

„Wer trägt dich?“

„Bist du ein Gebetsband?“

„Schaffst du eine besondere Verbindung zu Gott?“

 

Silva beantwortet alle Fragen aus der Sicht des Armbandes: Ich bin ein Suboro. An jedem 25. März werde ich aus einem roten und einem weißen Faden gedreht. Das ist der Tag der Verkündigung. Der Erzengel Gabriel überbringt Maria die Nachricht, dass sie ein ganz besonderes Kind auf die Welt bringen wird. Suboro ist aramäisch und bedeutet "Verkündigung". Das Band ist ein Zeichen für Jesus Christus. Die rote Farbe steht für seine Menschlichkeit  und die weiße Farbe steht für seine Göttlichkeit. Jedes Familienmitglied knüpft mich um das Handgelenk und zeigt damit: Wir glauben daran, dass Jesus Christus wahrer Gott und wahrer Mensch in einer Person und einer Natur ist.

"Wahrer Gott und wahrer Mensch in einer Person", das ist das christliche Grundbekenntnis, in dem alle Christen übereinstimmen und das dennoch schon in den Anfängen des Christentums zu einer Trennung geführt hat. Die orientalischen Christen befürchteten durch die Festlegung auf "wahrer Gott und wahrer Mensch in einer Person“ aber „in zwei Naturen unvermischt und ungetrennt“ die Zerstörung der Person Jesu Christi. Sie lehnten deshalb dieses Dogma, das auf dem Konzil von Chalcedon 451 beschlossen wurde, ab und trennten sich von Rom.

Können wir diese paradoxe Aussage über "Gott und Mensch" in einer Person überhaupt verstehen?

Eine erste Herangehensweise ist das Lesen eines biblischen Textes. Jesus selbst sagt nach Johannes von sich: Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen (Joh 14,9b).

Wie kann aber aus zwei Wesen eins werden?  Silva regt an, den Suboro zu drehen und sich umzubinden. Außerdem darf jeder Wasser aus einem Gefäß in ein Glas gießen. Wenn das Wasser das "Göttliche" darstellt und das Gefäß das "Menschliche", was kann durch das mit Wasser gefüllte  Gefäß dargestellt werden. Wäre das Wasser ohne das Gefäß fassbar?

Der Austausch über die Handlungen und die Empfindungen beim Umlegen des Bandes oder Trinken des Wassers vertieft das Verständnis des Glaubensgeheimnisses.

Am Ende reflektiert jeder für sich, worin der Unterschied besteht, an zwei Naturen in Jesus Christus zu glauben oder an "Gott und Mensch" in einer Natur.

Eine ausführliche Beschreibung finden Sie im Anhang.

Mehr in dieser Kategorie: Welchen Weg bin ich gegangen »