Kirchenerkundung im Mariendom

Am Montag, den 13.09.10 erkundete das Fachseminar Katholische Religion den Mariendom unter der Leitung von Jens Ehebrecht-Zumsande von der Fachstelle Katechese des Erzbistums Hamburg. Herr Ehebrecht-Zumsande erläuterte die Ziele der Kirchenpädagogik und ließ die angehenden Lehrerinnen den neu gestalteten Kirchenraum mit allen Sinnen erfahren.

 

 

Ziel einer Kirchenraumerschließung muss die Bekanntmachung der Menschen mit Glaubensaussagen und Überlieferungen des Christentums sein. Die Bau- und Formensprache ist in unserer heutigen Zeit  jungen Menschen fremd geworden. Sie muss wieder in die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler übersetzt werden, dann ist es möglich, dass ihnen Religion in räumlicher Gestalt begegnet.

 

Eine Kirchenraumerkundung vollzieht sich phasenweise. In der Phase der Annäherung trifft sich die Gruppe vor der Kirche. Hier werden erste Eindrücke ausgesprochen und kurze Informationen zum Kirchenbau gegeben. Nach dem gemeinsamen Eintreten, bewegt sich jeder eine Weile frei in der Kirche. Die Gruppe trifft sich an einem vereinbarten Punkt wieder und jeder äußert seine Empfindungen.

In der Phase des Entdeckens geht es darum, die Einrichtung gezielt wahrzunehmen. Kleingruppen ziehen mit Fotos durch die Kirche und suchen die darauf abgebildeten Gegenstände. Die Großgruppe macht dann eine Runde, in der die Bilder wieder eingesammelt werden. Hier und da wird Station gemacht, um Schüler selbst  Fragen stellen zu lassen oder um etwas zu benennen.

Im Anschluss können die Schülerinnen und Schüler Plätze aufsuchen, die sie genauer entdecken wollen. Ein Partner führt den anderen mit verbundenen Augen durch den Raum und lässt einen Gegenstand nun ertasten.

Die Gruppe kann die Ausmaße des Kirchenraums schätzen und mit Zollstock oder eigenem Körper nach messen. Mit einem mit Gas gefüllten Ballon kann die Höhe des Raums gemessen werden. Die Dicke von Säulen wird durch Umgreifen von mehreren Schülern erfasst, die Länge des Raums wird abgeschritten.

Durch Singen eines Liedes beim Durchschreiten des Raumes wird die besondere Akustik des Kirchenraums erfahren.

In der Phase des Vertiefens kommt die Gruppe geschlossen an einem besonderen Ort im Raum (Taufbecken, Altar, Heiligenstatue) zusammen und lässt den Ort erzählen, indem ein besinnlicher Text vorgetragen wird, den die Schüler weitererzählen können („Ich bin das Taufbecken und sehe …).

Auf diese Weise zur Ruhe gekommen, darf nun jeder sich seinen Lieblingsplatz im Raum suchen und dort bis zu einem verabredeten Zeichen verweilen.

Die Gruppe trifft sich und jeder kann seinen Lieblingsplatz auf einem Plakat markieren, das den Grundriss der Kirche darstellt.

Nach dieser Fülle von Eindrücken sollte den Schülern jetzt Gelegenheit gegeben werden, sich auszudrücken. Das Angebot kann sich vom kreativen Schreiben („Lass die Figur sprechen“), über das Gestalten eines Fensterbildes bis zum Mitnehmen von Mustern durch Frottage oder Abdruck mit Efa-Plast erstrecken.

Zur  Phase der Ablösung trifft die Gruppe sich wieder. Jeder hat noch einmal Gelegenheit, Eindrücke und Erfahrungen zu benennen.

Die Kirchenraumerkundung endet mit einem Lied oder einem gemeinsamen Gebet.

 

 

Um den Lernort Kirche zu erkunden, können sich Lehrerinnen und Lehrer an folgende Experten wenden:

  • Erzbistum Hamburg – Fachstelle Katechese
  • Danziger Str. 52 a, 20099 Hamburg
  • Jens Ehebrecht-Zumsande Tel.:24877 470

       

  • Kirchenpädagogischer Dienst PT!
  • Inge Hansen Tel. 30620-1322