Die Osternacht Kindern erklärt

Warum ist diese Nacht anders als andere Nächte?

Die Katholiken feiern die Osternacht mit Zeichen und Texten, die die Freude über die Auferstehung Jesu versinnbildlichen. Im Folgenden wird eine Lernsequenz beschrieben, mit der Schülerinnen und Schülern über die Symbole Licht und Wasser diese Freude nahegebracht werden kann, sodass sie Ostern auf ihr eigenes Leben beziehen können. 

In der Mitte liegt ein schwarzes Tuch, Schülerinnen und Schüler assoziieren frei, was ihnen einfällt.

Die Lehrkraft gibt den Kindern, die sich geäußert haben, einen dunklen Stein. Jedes Kind erhält einen Psalmvers (Klage-, Lob- oder Bittpsalm), 

Einzelne Schülerinnen und Schüler legen Karten in die Mitte an den Außenrand des schwarzen Tuchs. "So fühlten sich auch die Menschen, als Jesus am Kreuz gestorben war. Ihre Hoffnung auf ein neues Leben mit Gott war zerstört. Am Ostersonntag wandelte sich jedoch die Angst in Freude, als sie Jesu Auferstehung erlebten."

 

Eine Schale mit Wasser wird herumgereicht. Schülerinnen und Schüler tauchen ihre Finger ins Wasser und tauschen sich mit ihrem Nachbarn darüber aus, wozu sie Wasser brauchen. Einige Ideen werden im Anschluss gesammelt: Waschen, Durst löschen, Schwimmen, Blumen gießen,… Die Lehrkraft stellt dann die Schale in die Mitte des Kreises. "Ihr habt herausgefunden, dass Wasser Dreckiges reinigt oder uns Kraft gibt, wenn wir durstig sind. So soll das Wasser hier ein Zeichen dafür sein, dass alles, was für uns dunkel und schlecht ist, sich in Helligkeit und Freude wandeln kann. Leg nun deinen dunklen Stein in die Wasserschale."

Die Lehrkraft legt auf das schwarze Tuch das Bild vom Feuer.

"Was hat sich verändert?"

Schülerinnen und Schüler assoziieren: Es wird warm, hell, …

"In der Osternacht spielt das Wasser eine Rolle. Und es geht viel um das Licht, das die Finsternis hell macht. Ich erzähle euch jetzt, wie die Feier in der Osternacht in der katholischen Kirche abläuft. Achtet bitte darauf, wann „Licht“ oder „Wasser“ eine Rolle spielt und was es bedeutet."

"Die Feier beginnt draußen vor der Kirche. Es ist noch dunkel. Der Priester weiht die Osterkerze und entzündet sie am Feuer. Wie Jesus das Licht in dunkle Zeiten gebracht hat, bringt die Gemeinde das Licht in die dunkle Kirche. Dabei singen sie „Lumen Christi“, das heißt „Christus ist das Licht“. (Symbol Licht)

 

Dann beginnt der Wortgottesdienst. Jetzt werden verschiedene Texte aus dem Alten Testament gelesen, die alle deutlich machen, wie Gott den Menschen von der Sünde befreit und ihn neu macht. Sünde bedeutet, dass der Mensch sich von Gott entfernt hat. Gott schafft also wieder eine neue Nähe zwischen sich und den Menschen.

Die erste Lesung ist die Schöpfungsgeschichte.

Gott, du hast die Welt als einen wunderbaren Lebensraum für uns Menschen geschaffen. Durch Jesu Auferstehung erfahren wir eine neue Schöpfung des Menschen. Wir danken dir. (Symbol Wasser und Licht)

Die zweite Lesung erzählt wie Moses sein Volk durch das rote Meer führt.

Gott, mit dem Wasser des Schilfmeeres hast du dein Volk aus der Unterdrückung befreit. Du hast als Feuersäule dein Volk durch die Wüste begleitet. Noch heute schafft die Taufe eine enge Bindung an Dich. Wir danken dir. (Symbol Wasser und Licht)

In der dritten Lesung spricht der Prophet Ezechiel davon, dass Gott uns mit Wasser reinigt und uns ein weiches Herz gibt, sodass wir gern seine Gebote erfüllen.

Gott, du gibst uns ein weiches Herz, sodass wir deine Gebote achten und erfüllen. Wir danken dir. (Symbol Wasser)

Die letzte Lesung ist das Evangelium. In der Ostnacht wird das Evangelium nach der Fastenzeit zum ersten Mal wieder mit einem feierlichen Halleluja-Ruf eingeleitet. Halleluja heißt „Lobet den Herrn!“

Die Kinder singen den Halleluja-Ruf und tanzen dazu um den Kreis.

"Das Evangelium erzählt von Maria Magdalena, die am Ostermorgen vor dem leeren Grab steht. Herr Jesus Christus, am dritten Tage nach deinem Tod stand Maria aus Magdala voller Furcht vor dem Grab. Doch der Engel sagte ihr, dass sie Jesus bei den Lebenden suchen sollte. Von Freude erfüllt, berichtete sie den anderen davon. Die Botschaft, dass der Tod nicht das Ende ist, wandelt auch unsere Angst in Freude. Wir danken dir.

In seiner Predigt erklärt der Pfarrer jetzt der Gemeinde die Texte, die eben gehört wurden.

Danach beginnt die Tauffeier. Der Priester segnet das Wasser, mit dem jetzt oder das Jahr über die Kinder getauft werden. Auch die Weihwasserbecken am Eingang der Kirche werden neu gefüllt. So denken wir, indem wir uns beim Betreten der Kirche mit Weihwasser bekreuzigen, jedes Mal an unsere eigene Taufe. (Symbol Wasser)

In religiös homogenen Lerngruppen kann die Schale herum gereicht werden und die Schülerinnen und Schüler können sich gegenseitig mit dem Wasser ein Kreuz auf die Stirn zeichnen.

Jetzt beginnt die Eucharistiefeier, wie die katholischen Christen sie jeden Sonntag feiern.

Herr Jesus Christus, an jedem Sonntag feiern wir ein kleines Osterfest. Wir begreifen deine Auferstehung jedes Mal, wenn wir das Brot teilen: Dann bist du mitten unter uns.

Am Ende der Osternachtfeier erteilt der Pfarrer allen Gläubigen in der Kirche den Segen mit einem Kreuzzeichen. Gott, bewahre uns vor dunklen Zeiten und lass uns die Osterfreude erfahren. (Symbol Licht)

Danach verlässt die Gemeinde die Kirche. Manche Menschen füllen sich etwas von dem geweihten Wasser ab. In manchen Gemeinden wird nun gemeinsam gefrühstückt."

"Hast Du behalten, an welchen Stellen das Licht und das Wasser in der Osternachtfeier eine Rolle spielt? Nimm einen gelben Stein (Licht) oder einen blauen Stein (Wasser) und erzähl, was du dir gemerkt hast"

Schülerinnen und Schüler legen blaue oder gelbe Steine an die einzelnen Stationen und wiederholen auf diese Weise den Ablauf.

"Die Dunkelheit ist hell geworden. Lies einen Psalmvers vor, der jetzt auf das helle Tuch passt und leg ihn in die Mitte."

 

Einige Schülerinnen und Schüler lesen ihren Psalmvers und legen ihn in die helle Mitte.

Einzelheiten zur Sequenz finden Sie im Anhang.